Yi Yi
2000
Auslesefilm
Edward Yang
Jonathan Chang, Elaine Jin, Kelly Lee (II), Wu Nien-jen, Issey Ogata, Nien-Jen Wu
Yang Weihan
Peng Kaili
12 JAHRE
173 MIN.
Der Taiwanese NJ Jian wohnt mit Frau, Schwiegermutter und seinen beiden Kindern in einem luxuriösen Hochhaus in Taipei. Doch trotz des Wohlstands bleibt NJs Familie nicht von den Schwierigkeiten des Lebens verschont. Die Hochzeit von NJs Schwager A-Di wird neben zahlreichen anderen Pannen vom plötzlichen Schlaganfall der Schwiegermutter überschattet. NJs Tochter Ting-Ting fühlt sich für den Zustand ihrer Großmutter verantwortlich und bittet sie am Krankenbett um Vergebung. NJs Frau Min-Min kommt mit der Krankheit ihrer Mutter nicht zurecht und erhofft sich von einem mysteriösen Guru Beistand. Und NJs eigenes Leben scheint völlig vom Alltag aufgefressen zu sein, bis er plötzlich seine Jugendliebe wiedertrifft und gezwungen wird, über Leben und Schicksal nachzudenken. Einzig NJs achtjähriger Sohn Yang-Yang sieht die Welt noch mit der Begeisterung und Verwunderung eines Kindes: Zwar leidet er unter den ständigen Attacken seiner Schulkameradinnen - doch wenn er die Welt durch die Linse seiner Fotokamera betrachtet, kommt er zu erstaunlichen und zugleich weisen Einsichten... Edward Yangs dreistündiges Epos erzählt mit erstaunlicher Leichtigkeit von den kleinen Freuden und den großen Schwierigkeiten des Lebens. Die große Stärke von YiYi liegt darin, sich nie völlig in der Dramatik des Lebens seiner Protagonisten zu verlieren, sondern immer wieder behutsam humorvolle Einsichten einzubauen - ohne aber jemals seine Figuren für dumm zu verkaufen. Am deutlichsten wird dies in der Figur des kleinen Yang-Yang, der nach Erkenntnis sucht und seinen Vater mit philosophischen Fragen quält, um im nächsten Moment mit kindlicher Verspieltheit die Moskitos in seinem Zimmer zu fotografieren. Yangs Drama ist so nah am Leben und seine Charaktere so glaubhaft und tiefgehend zugleich, dass trotz Überlänge niemals Langeweile aufkommt. Völlig zu Recht wurde YiYi bei internationalen Filmfesten mit Preisen überhäuft, unter anderem mit der Auszeichnung für die beste Regie bei den Filmfestspielen in Cannes 2000.


